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... W E N N S I C H A L L E S N U R N O C H U M S E S S E N D R E H T...



Was genau sind Essstörungen?


Wann fangen sie an?


Was ist ein "normales Essverhalten"?


Wenn sich dein ganzer Tagesablauf nur ums Essen dreht und du nur noch daran denkst, was du wann und wo essen musst, kannst oder sollst, sind das die Anfänge von Essstörungen...


Essstörungen äußern sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper.


Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen wobei Mischformen am häufigsten und die Übergänge gleitend sind.


Magersucht, Bulimie und Binge Eating sind die am Häufigsten vorkommenden Essstörungen.



"Das ist alles nicht so schlimm, ich hab das im Griff."


Ein häufiger Satz von Betroffenen der schon bald außer Kontrolle gerät...




Essverhalten:


Wenn man Mahlzeiten häufig überspringt, nur kleine und kleinste Portionen zu sich nimmt, oder gar nicht in der Gesellschaft anderer Leute essen will, wenn man aus dem Essen ein Ritual macht, dann deutet das schon auf ein gestörtes Essverhalten hin.


Kannst du dir nicht mehr vorstellen, wie du früher bestimmte Dinge gerne essen konntest?


Suchst du dir dein Essen nach ganz bestimmten Gesichtspunkten, wie geringer Fett - oder Kaloriengehalt aus und findest andere Lebensmittel "ekelhaft"?


Studierst du ausgiebig die Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen und kennst den Kaloriengehalt der meisten Lebensmittel auswendig?


Oder achtest du im Gegenteil immer darauf, genug Essen im Haus zu haben, und übergibst dich dann, wenn du deiner Meinung nach zu viel davon gegessen hast?


Benutzt du Abführmittel, Diät - und/oder Entwässerungsmittel, um Gewicht zu verlieren?


Rauchst oder treibst du übermäßigen Sport, um dich vom Hungergefühl abzulenken?




Erscheinungsbild und Körperbild:


Verbringst du viel Zeit damit, deine "Problemzonen" im Spiegel zu betrachten?


Glaubst du fett zu sein, obwohl dich immer wieder Leute darauf ansprechen, wie dünn du geworden bist?


Trägst du weite Kleidung, um deine Figur zu verbergen?




Gedanken:


Treibst du übermäßig viel Sport, und hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du deine tägliche Routine nicht schaffst?


Glaubst du, nur auf diese Weise das Essen zu verdienen?


Bist du der Meinung, du würdest dich besser fühlen und würdest mehr Anerkennung finden, wenn du abnehmen würdest?


Ziehst du dich vor Leuten zurück, die dich und dein Verhalten ansprechen?



Es gibt viele verschiedene Arten von Essstörungen, und man braucht nicht notwendigerweise alle typischen Merkmale einer Essstörung aufweisen, um essgestört zu sein.


Aber wenn du dich in einigen oben genannten Sätzen wiederfindest, solltest du misstrauisch werden und dich fragen, ob du auf dem Weg bist , eine Essstörung zu entwickeln, oder bereits tief in ihr drin steckst.




Magersucht (Anorexia nervosa):


Magersucht ist eine Erkrankung, meistens von Mädchen und jungen Frauen, aber immer häufiger auch von Jungen und jungen Männern, bei denen das Selbstbild und Körperempfindungen gestört sind und der Gewichtsverlust zum Inhalt des Denkens und Handelns wird.


Die Betroffenen empfinden sich als "zu dick", auch wenn sie erhebliches Untergewicht aufweisen.


Häufig ist Magersucht gepaart mit hohem Leistungsdenken auf verschiedenen Ebenen des Lebens.


Kaum eine andere psychische Störung ist in den letzten Jahren so häufig in der Presse erwähnt worden wie die Anorexie. Immer wieder wird von "Berühmtheiten", insbesondere von Models oder Schauspielerinnen behauptet, sie seien magersüchtig. Das Krankheitsbild der Anorexia nervosa ist erstmals bereits 1873 beschrieben worden. Diese Diagnose wird aber erst seit den 70er Jahren häufiger gestellt, wobei nicht eindeutig gesagt werden kann, ob die Krankheit in der heutigen Gesellschaft tatsächlich häufiger auftritt, oder ob die gestiegene Aufmerksamkeit dazu führt, dass die Krankheit häufiger diagnostiziert wird.


Wörtlich übersetzt bedeutet Anorexie "Appetitverlust oder -Verminderung" - eine irreführende Bezeichnung, da nicht unbedingt der Appetit, sondern in erster Linie das Essverhalten gestört ist. Der Zusatz "nervosa" weist auf die psychischen Ursachen der Essstörung hin.




Bulimie (Bulimia nervosa):


Unter Bulimie, die umgangssprachlich auch als "Ess-Brech-Sucht" bezeichnet wird, versteht man Essstörungen mit Heißhungerattacken und Fressanfällen, der selbstausgelöstes Erbrechen und Missbrauch von Medikamenten zur Verhinderung von Gewichtszunahme folgen. In der Regel spielen sich solche Attacken in aller Heimlichkeit ab.


Ein tiefes Schamgefühl nach einer Fress-/Brechattacke ist ein wesentlicher Grund, die Erkrankung auch vor den besten Freunden zu verstecken.


Ein weiteres Kennzeichen für Bulimie ist die fast permanente Beschäftigung der Betroffenen mit allem, was mit Essen, Kalorien, Körpergewicht, Diät und Figur etc. zu tun hat.


Bulimische Menschen können unter-, normal-oder auch übergewichtig sein, sie haben jedoch meist ein sehr schlankes Körperideal.


Es wird vermutet, dass bei der Entstehung von Bulimie verschiedene Einflüsse zusammenwirken:



Gesellschaftlich vorgegebenes Schlankheitsideal


In der heutigen Gesellschaft gilt ein Schönheitsideal, das insbesondere für Frauen einen schlanken, gesunden und schönen Körper fordert. Dieses Ideal begegnet Frauen z.B. Tag für Tag in der Werbung oder in Zeitschriften. Etwa 20% aller Frauen führen regelmäßig Schlankheitsdiäten durch. Nach einer erfolgreichen Diät erfährt die Person zunächst positive Konsequenzen (Komplimente, Stolz auf ihre Willensstärke). So kann es geschehen, dass Gewichtskontrolle und Schlanksein zu einer wichtigen Quelle für das Selbstbewusstsein werden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass gerade junge Frauen, die während der Pubertät gerade bezüglich ihres Körpers oft sehr unsicher sind, besonders anfällig für Essstörungen sind.


Lernerfahrungen


Die Erfahrungen, die schon früh im Umgang mit Nahrungsmitteln gemacht wurden, können bei der Entstehung von Bulimie eine entscheidende Rolle spielen. So ist es z.B. denkbar, dass ein Kind, das immer wenn es traurig war mit Schokolade getröstet wurde, auch später auf gedrückte Stimmung damit reagiert, sich etwas zu gönnen; insbesondere dann, wenn keine anderen Arten der Problembewältigung gelernt wurden. Es kann ein Problem dadurch entstehen, dass die Nahrungsaufnahme von dem eigentlichen körperlichen Bedürfnis losgelöst ist (beispielsweise, weil ein Kind gelernt hat zu essen, "was auf den Tisch kommt", unabhängig davon, ob es Hunger hat) und so das normale Hunger- und Sättigungsgefühl verlernt wird.


Familiäre Einflüsse


Bei Familien bulimischer Patientinnen sind häufig bestimmte Auffälligkeiten zu finden. So ist beobachtet worden, dass die Patientinnen von ihren Eltern häufig stark behütet werden, und dass in den Familien Konflikte meist nicht angesprochen werden. Es ist allerdings nicht belegt, ob diese Faktoren eine ursächliche Rolle bei der Entstehung der Bulimie spielen. Eine andere Erklärung wäre, dass die Tatsache, dass ein Familienmitglied an Bulimie leidet, sich auf die übrige Familie auswirkt. So haben bulimische Patientinnen z.B. häufig Schwierigkeiten damit, Selbständigkeit zu entwickeln. Das kann einerseits als Folge von Überbehütung gedeutet werden; es ist aber auch möglich, dass die mangelnde Selbständigkeit erst dazu geführt hat, dass die Eltern sich besonders stark um ihre Tochter kümmern. Aber auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit und Jugend, so z.B. ein sexueller Missbrauch, kann als Ursache in Frage kommen.


Gezügeltes Essen


Zwischen den Essanfällen zeigen bulimische Patientinnen meist stark gezügeltes Essen. Als Konsequenz empfinden die Frauen oft Heißhunger. Insbesondere wenn zusätzlich noch Stress oder andere Belastungen auftreten, wird dadurch das Auftreten von Essanfällen begünstigt.


Belohnende Konsequenzen des Erbrechens


Die Aufnahme einer großen Nahrungsmenge während eines Essanfalls erzeugt bei den Betroffenen eine starke Angst vor einer Gewichtszunahme. Diese Angst wird durch Herbeiführen von Erbrechen zumindest kurzfristig abgeschwächt. Das Erbrechen wird also durch den Wegfall der Sorge um das Gewicht quasi belohnt und so als Strategie zur Gewichtskontrolle erlernt.




Binge Eating:


Wie auch bei Bulimie äußert sich Binge Eating durch wiederholte Heißhungerattacken und Fressanfälle, allerdings ohne anschließendes Erbrechen oder den Missbrauch von Abführmittel.


Der Kontrollverlust während der Fressanfälle und die anschließenden Schuldgefühle sind ebenso typisch.


Die Fressanfälle werden oft durch persönliche Stresssituationen ausgelöst.




Risiken und Folgen:


Essstörungen sind keine Modeerscheinungen, sondern schwerwiegende Erkrankungen, die für den Betroffenen ein erhebliches körperliches und psychisches Risiko darstellen.


Bleibende Schädigungen der inneren Organe, Störungen der Herzfunktion und Depressionen bis hin zum Selbstmord sind keine Seltenheit.




Folgen von Magersucht:


1.) Mangelerscheinungen (unausgewogene Diät)


2.) Flüssigkeitsentzug durch Abführmittel


3.) Hormonveränderungen


4.) Massive Gewichtsabnahme, führt zu Herzproblemen (wenn keine Fettreserven und Muskeln mehr da sind, greift der Körper für die Energiegewinnung Lebenswichtige Organe an, wie zum Beispiel das Herz)


5.) Trockene Haut, Haarausfall, Spröde Nägel, Menstruationsausfall




Folgen von Bulimie (Erbrechen):


1.) Entzündungen der Speiseröhre, Magen, Mundschleimhäute (Magensäure)


2.) Zahnschädigung (Nicht Zähne putzen unmittelbar nach dem Erbrechen!)